Biografie – DE – 2019

Florian Schwamborn -© Rich Serra

Florian Schwamborn (1984) ist ein Deutsch Französischer Pianist und Komponist. Er wuchs in Saarbrücken zwischen beiden Kulturen auf und fand früh in der Musik eine Erweiterung seiner Sprachen. Nach dem Abitur studierte er zuerst Philosophie und Musikwissenschaften an der Universität des Saarlandes. Noch während des Studiums begann er eine professionelle Tätigkeit als Bühnenkomponist und signierte mehrere Zusammenarbeiten mit dem Theater Überzwerg in Saarbrücken, darunter seine ersten akustischen wie elektroakustischen Kompositionen. In der Freien-, Jazz- und Improvisationsszene als Pianist tätig, erschlossen sich Projekte, wie die Zusammenarbeit mit der Cinemathèque du Luxembourg. Zudem studierte er klassisches Klavier an der Hochschule für Musik Saar bei Prof. Jean Micault und besuchte auf Einladung Theo Brandmüllers für mehrere Semester die Kompositionsklasse der Hochschule. Die Olivier Messiaen Analysen Brandmüllers sowie der Besuch des Festivals Musica in Strassburg, wo er in Gegenwart des Komponisten K.H. Stockhausens der Aufführung Donnerstags aus Licht beiwohnte, hinterließen bei ihm einen bleibenden Eindruck. Im Anschluss führte er seine Tätigkeiten und sein Studium in Paris fort. Dort unterwarf er sich den strengen Regeln der traditionellen Musiklehre. Durch die Aufnahme in die Improvisationsklasse Prof. Thierry Vaillants (Chef du département des disciplines instrumentales CNSMDP) folgte eine Einstellung als Korrepetitor in den Conservatoires de Paris, der er bis 2014 nachging.

Bei Ankunft in Paris folgten auch Aufträge für Bühnenmusiken. Im Jahr 2012 nach ersten Erfolgen unter anderem im Festival Off d’Avignon gründete er die Produktionsplattform Europ’Arts mit welcher er in Zusammenarbeit mit weiteren Künstlern, unter anderem eine erste Kammeroper für und mit dem Schweizer Duo Ums n’ Jip, sowie eine erste Tanzperformanz Fiction mit der koreanischen Tänzerin Eleonor Hahn in Paris uraufführte. Zur gleichen Zeit begann die bis heute anhaltende Zusammenarbeit mit seinem Bruder und Licht-Künstler Francois Schwamborn (HBK Saarbrücken). Zusammen gestalten sie seither originale Lichtspiele. Durch die Mouvement Konzertreihe für neue Musik der Grossregion konnte er zum ersten Mal seiner seit jeher angestrebten Haupttätigkeit des Komponierens

neuer Musik nachgehen. Nach ersten Uraufführungen seiner Klangstudien für Saarbrücker Ensembles folgte ein Auftrag der Deutschen Radio Philharmonie für ein  Orchesterwerk mit live Elektronik Neopolis, welches am 27.04.2018 im Grossen Sendesaal des Saarländischen Rundfunks unter der Leitung Titus Engels und in Zusammenarbeit mit Gary Berger und dem E-studio der Hfm Saar uraufgeführt wurde.

Zur gleichen Zeit lebte er von 2015 bis 2018 auf der Insel Tahiti in Französisch Polynesien und wirkte dort am Aufbau einer Musikschule mit. Gleichzeitig schuf er mit der lokalen Produktionsfirma Oceania Film seine erste Dokumentarfilmmusik für France Television. Zur Zeit arbeitet er mit dem Festival Evimus zusammen mit François Schwamborn in Saarbrücken an dem Forschungsprojekt Essentia, dessen Ziel die Weiterentwicklung eines innovativen, digitalen

Instrumentes ist. Mit der philosophischen Fragestellung, wie und ob die Künstliche Intelligenz und die Musik -Visuelle-Darstellungs-Kunst durch wechselhafter Bereicherung eine neue poetische Kunstform erschaffen können.