Niemanas Spiegelungen – DE












Niemanas Spiegelungen

Die Figur Niemana  (Klavier + live Elektronik Essentia).

Das erfundene Wort Niemana besteht aus dem Präfix Nie-, welcher aus dem deutschen Wort Niemand abgeleitet ist und aus dem polynesischen suffix Mana das sowohl « Kraft » im Sinne von körperlicher und geistiger Kraft als auch « Geist » bedeutet, der ein Gegenstand, ein Ort oder ein Wesen bewohnen kann.

Niemana ist die Schlüsselfigur eines Bühnenzyklus, der allgegenwärtige Erzähler dieses Aktes, eine transhumane Gestalt, die wie ein Vampir die Jahrhunderte überquert hat und, mit aller menschlichen Vorstellungen gesättigt, das Drama erzählt, an das er glauben lassen muss, um als Anschein eines Menschen unter den Menschen existieren zu können. Mit seinem durch sein hohes Alter erlangtes Wissen, beeinflusst er ganze Gesellschaften, manipuliert sein Publikum und spielt mit menschlichen Helden, als wären sie Avatare in einem virtuellen Universum. Dies sind seine Waffen im Krieg gegen seinen einzigen Feind: die Langeweile, die Machtlosigkeit und die daraus resultierende Selbstbeobachtung. Niemana taucht uns in das Universum seiner Philosophie ein, das sich mit Kraft im Reichtum seiner Perspektiven entfaltet. Er erzählt in szenischen Handlungen und trägt in sich die Ideen, die das landschaftliche Ökosystem generieren, welches er sowohl durch die Beobachtung der Elemente als auch durch tierische, pflanzliche, menschliche, extra- und trans-humane Begegnungen erzählt.

Das Video zeigt einige Auszüge der Premiere von Niemanas 1. Spiegelung für Klavier, Echtzeit-Elektronik und Video. Diese Uraufführung entstand in Zusammenarbeit mit meinem Bruder und bildender Künstler François Schwamborn, am Abend der Verleihung des Quattropole Preises für innovative Musik in der Kunstfabrik in Trier.

Die Form der 1. Spiegelung Niemanas ist dreiteilig.

Im ersten Teil erklingt nur das Klavier. Im zweiten öffnet sich der Raum für ein Zusammenspiel zwischen Klavier und den vom Instrument Essentia überarbeiteten Klängen sowie deren visueller « Übersetzung »(Farbklavier). Im dritten und letzten Teil gibt das Digitale Instrument solistisch und einer Spiegelung gleich, das im ersten Teil aufgenommene auf originelle Weise wieder und verteilt es im virtuellen Raum. Wobei der Interpret sich bereits von der Bühne verabschiedet hat. Der Imaginäre Dialog zwischen Mensch und Maschine findet statt. Who shot the Pianoman ?

Diese 1. Spiegelung ist Teil des Forschungsprojekts Essentia dessen Ziel die Entwicklung eines digitalen Instrumentes ist.

Die Grundidee Essentias liegt in der Idee, die Vielfältigkeit eines Ausdrucks und einer Emotion zu abstrahieren und zu erfassen. In der Erschaffung eines hypersensiblen und interaktiven Raumes interessieren mich, die Mechanismen und Möglichkeiten maschineller sensitiver Kommunikation zu erforschen. Den Schwerpunkt auf nonverbale Kommunikation setzend, bildet sich eine Metasprache in einem Zusammenspiel zwischen Mensch und Maschine, dessen Essenz sich aus der Analyse, Übersetzung und Verarbeitung konkreter Verhaltensmuster ergibt. Hierzu wird das Prinzip des Dialogs abstrahiert und auf drei Grundmechanismen,die den Austausch gestalten,reduziert :

I. Aufnahme. /Input / Zuhören /Wahrnehmung /

II. Verarbeitung/Training/Lernen/ Denken

III. Wiedergabe. /Output / Erzählen / Darstellung /